29. TERRA WORTMANN OPEN  11. – 19. Juni 2022

TICKET CENTER 05201 81 80
Montag, Mittwoch bis Freitag 12-16 Uhr
(im Sportpark, Gausekampweg 2, Halle/Westf.)

Roger Federer übersteht das Aufschlaggewitter

Für den Rekordsieger wird Qualifikant Ivashka zur kniffligen Aufgabe

7:6(4), 7:5 - Ende gut, alles gut. Doch einen solchen Matchauftakt gegen einen Qualifikanten dürfte der 103-fache Turniersieger Roger Federer selten erlebt haben. In der ersten Runde der 28. NOVENTI OPEN gelang ihm gegen Ilya Ivashka aus Weissrussland in den ersten drei Returnspielen kein einziger Punkt. Der 1,93-Meter-Hüne auf der anderen Seite ließ nichts zu.

Federer war anzumerken, dass es ihm nach langer Verletzungspause an Matchpraxis mangelt. Bei den French Open war er nach dem Drittrundensieg gegen Dominik Koepfer aus dem Turnier ausgestiegen, um sein lädiertes Knie für die Rasensaison zu schonen. Es wirkte anfangs, als ginge es für den Schweizer alles zu schnell in der OWL-Arena. Ivashka prügelte gnadenlos auf jeden Ball ein. Angst vor dem erfolgreichsten Rasenspieler der Geschichte? Fehlanzeige beim 27-Jährigen!

Und Federer? Schon im zweiten Aufschlagspiel sah sich der zehnfache Sieger von Halle zwei Breakchancen gegenüber, wehrte diese aber ab. Vor allem die Rückhand bereitete ihm Probleme. Zu oft verzog er aus guter Position. Kopfschütteln bei Federer. Im gesamten ersten Satz gelangen dem achtfachen Wimbledonsieger bis zum Tie-Break nur zwei Punkte gegen Ivashkas Service – bei 26 Versuchen. Der Weißrusse war bislang nicht als Rasenspezialist aufgefallen, gewann nur zwei seiner insgesamt vier Rasenmatches auf der Tour. 

Doch im Tie-Break schnappte der Favorit mit all seiner Routine plötzlich zu, führte schnell 6:1 und brachte ihn mit einem eleganten Vorhandvolley mit 7:4 ins Ziel.  Auch im 2. Satz hatte Federer gegen Ivashkas Aufschlag wenig zu bestellen, gewöhnte sich aber allmählich an die hohe Geschwindigkeit in den Grundlinienduellen. Aus dem nichts dann ein Matchball bei 5:4 – mit dem ersten Breakball für den Schweizer. Doch Ivashka parierte per Volley.  Bei 6:5 aber folgten die nächsten drei Matchbälle. Der Druck auf Ivashka war offenbar zu groß. Ein Fehler des Weißrussen beendete die Partie.

Roger Federer steht im Achtelfinale der NOVENTI OPEN. Was auch sonst? Er ist noch nie in Halle in der ersten Runde gescheitert, obwohl er hier seit dem Jahr 2000 spielt. Und doch: "Erstrundenspiele hier in Halle sind immer gefährlich", erklärte er später: "Du musst erst den Rhythmus finden und das ist gegen starke Aufschläger imm schwierig." Er sei bewusst im ersten Satz ruhig geblieben, habe versucht das Service des Gegners besser zu lesen. "Im zweiten Satz ist mir das dann auch gelungen." Er sei insgesamt froh, nach zwei Jahren endlich wieder auf Rasen spielen zu drüfen. Für den Gegner hatte er Lob bereit: "Ilya ist gut in Schuss, er spielt eine starke Saison und hat auch heute seine Klasse gezeigt“, sagte Federer.

Der Schweizer bekommt es jetzt mit Felix Auger-Aliassime aus Kanada zu tun. Und er dürfte gewarnt sein, denn der junge Kanadier stand am Sonntag noch im Finale des Rasenturniers in Stuttgart.

Roger Federer in seinem Auftaktmatch bei den 28. NOVENTI OPEN. Foto: Noventi Open/Mathias Schulz
Ilya Ivashka verlangte dem Rekordsieger von Halle alles ab. Foto: Noventi Open/Mathias Schulz