Daniel Altmaier steht zum ersten Mal in seiner Karriere in der zweiten Runde der TERRA WORTMANN OPEN. Bei seinem vierten Anlauf in Halle konnte der 27-Jährige am Montagmittag zum ersten Mal die Auftakthürde überspringen. Gegen den Qualifikanten Nikoloz Basilashvili siegte Altmaier nach einer überzeugenden Vorstellung mit 7:5, 6:4.
„Es ist wichtig, so ins Turnier zu starten“, freute Altmaier sich nach dem Spiel mit sichtlicher Erleichterung. „Man weiß immer, egal auf was für einem Belag, die erste Runde ist nicht einfach. Wenn man Sachen trainiert, will man die auch umsetzen, das hat heute wirklich gut funktioniert.“
Gegen den Georgier – aktuell Weltranglisten-118. – war Altmaier auf dem Papier zwar der Favorit. Dass Basilashvili am richtigen jedoch ein Topspieler ist, belegt der Fakt, dass er 2019 schon einmal unter den 20 besten Spielern der Welt stand. In Halle erreichte er 2021 mit dem Halbfinaleinzug sein bis dato bestes Ergebnis.
Das zweite Spiel auf dem Centre Court der heristo-arena wurde im ersten Satz über weite Strecken von den Aufschlägern dominiert. Erst bei 5:4-Führung gelang es Altmaier erstmals, seinen Gegenüber richtig unter Druck zu setzen. Mit einem krachenden Vorhand-Winner schnappte er sich seinen ersten Satzball, den Basilashvili allerdings genau wie folgende zweite Chance abwehren und sich zum 5:5 retten konnte. Zwei Spiele später schlug der Deutsche dann aber doch zu und verwandelte mit seinem vierten Satzball zur Führung.
Zu Beginn des zweiten Durchgangs durschritt der gebürtige Kempener ein kleines spielerisches Tal und musste sofort das Break hinnehmen. Altmaier fand jedoch zügig zurück zu seinem Rhythmus. Im sechsten Spiel spielte er sich drei Breakchancen heraus und nutzte gleich die erste zum Ausgleich. Einen Seitenwechsel später vergab er dann jedoch zwei Gelegenheiten, um sogar auf 5:3 davonzuziehen.
Wenig später war es dann aber doch soweit. Bei 5:4 erspielte der Deutsche sich mit einem mutigen Netzangriff den ersten Matchball, bei dem der Georgier eine einfache Vorhand im Netz versenkte. Damit war für Altmaier der erste Rasensieg auf deutschem Boden – in Stuttgart ist der DTB-Star weiterhin ohne Sieg – besiegelt. In der zweiten Runde trifft Altmaier nun auf Andrey Rublev oder Hubert Hurkacz.
Während der Rasensaison wird Altmaier erstmals von Ex-Profi Dustin Brown begleitet, der 2014 in Halle mit seinem Sieg über Rafael Nadal für eine Sensation gesorgt hatte. „Wir kennen uns, seitdem ich neun Jahre alt bin“, berichtete Altmaier von der zunächst bis Wimbledon geplanten Zusammenarbeit. „Er hat extrem viel Spaß daran. Es ist einfach sehr harmonisch und es funktioniert gut.“
Mit Brown habe er daran gearbeitet, „viel näher an der Linie“ zu returnieren und seinen Slice besser einzusetzen. „Ich habe jetzt relativ viel Doppel gespielt, ich will aggressiver sein. […] Hier (auf Rasen, Anm. d. Red.) gehe ich erstmal runter und dann versuche ich, Gas zu geben. Das sind so Sachen, wo man einfach taktisch versucht, mehr Mittel zu haben, um Gegnern das Leben schwer zu machen.“
Mit Blick auf den Rest der Turnierwoche sagte Altmaier mit breiter Brust: „Ich glaube, ich kann jeden schlagen, auf egal was für einem Belag und das habe ich schon mehrfach bewiesen. Ich muss daran glauben. Das Spiel ist da.“
