29. TERRA WORTMANN OPEN  11. – 19. Juni 2022

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Montag, Mittwoch bis Freitag 12-16 Uhr

Prinz Felix rückt näher an die Krone

Der Kanadier Auger-Aliassime fegt einen Qualifikaten in unter einer Stunde vom Court

Kennen Sie die Abkürzung FAA im Tennis? Nein? Das dürfte sich bald ändern. FAA steht für den zugegeben etwas schwierigen Namen Felix Auger-Aliassime. Der 20-jährige Kanadier gehört zu den jugendlichen Juwelen des Tennis‘, gilt als einer mit endlos viel Potenzial.

Das bekam bei den 28. NOVENTI OPEN nun nach Rasenkönig Roger Federer nun auch Qualifikant Marcos Giron aus den USA zu spüren. Im Viertelfinale wurde er von FAA vom Centre Court in der OWL-Arena gefegt. 6:3, 6:2 lauteten nach nur 58 Minuten die nüchternen Zahlen. Sie gaben der Überlegenheit des Finalisten von Stuttgart aus der Vorwoche Ausdruck. Alles in allem war sein Tennis an diesem Tag einfach zu schnell für Giron.

Apropos: Der Amerikaner ist bereits 27 Jahre alt und erlebt einen unerwarteten späten Frühling in seiner Karriere. Dass es bei ihm länger gedauert hat, liegt auch an zwei Hüft-Operationen vor einigen Jahren. Jetzt aber ist er fit und kämpfte sich in Halle ins Hauptfeld. Doch gegen Felix Auger-Aliassime stand er von Anfang an auf verlorenem Posten.

Das Spiel des Kanadiers ist perfekt für Rasen gemacht. Ein gewaltiger, präziser Aufschlag, flache Grundschläge und ein eleganter Volley: eine fatale Mischung für die Gegner. Die Brillanz, die er im Achtelfinale gegen den Rekordsieger der NOVENTI OPEN, Roger Federer, abgerufen hatte – er brauchte sie im Viertelfinale gar nicht. Zu wenig kam von der anderen Seite. Girons Fehlerzahl stieg und der Amerikaner haderte mit seinem Spiel. Traf Auger-Aliassime den ersten Aufschlag, war der Ballwechsel ohnehin meist schon beendet. Er machte 93 Prozent der Punkte nach erstem Service. "Die Rasensaison läuft bislang gut für mich, ich spiele sehr gut, nah an meinem besten Niveau. Ich hoffe, das hält an", sagte der Sieger nach dem Match. 

Der Aufschlag des Gegners war dagegen für FAA kein Problem. Ein Break zum 4:2 im ersten und weitere zum 2:1 und 4:1 im zweiten Satz. Das war’s. Der Kanadier war hinterher froh, dass er die Aufgabe Giron so glatt gemeistert hatte. Nach dem Federer-Match habe er sehr viele Nachrichten und Glückwünsche erhalten, aber "ich habe trotzdem nur versucht meinen Fokus und meine täglichen Routinen beizubehalten, denn das brauchst du in so einem Turnier".

Der Weg zum Turniersieg bei den NOVENTI OPEN dürfte nur über den Mann mit dem gelben Schläger führen. Der hofft, in Halle endlich seinen ersten Siegerpokal zu holen. Denn alle acht Finals auf der Tour bislang hat Auger-Aliassime verloren. Macht er es in dieser Woche besser, würde Prinz Felix zu König Felix.

Nach dem Einzel gewann der Kanadier übrigens auch noch sein Doppel-Viertelfinale mit Partner Hubert Hurkacz. So steht Auger-Aliassime in Einzel und Doppel im Halbfinale.

Wir sehen uns im Halbfinale - Felix Auger-Aliassime spielt bisher ein starkes Turnier. FOTO: NOVENTI OPEN/Mathias Schulz
Felix Auger-Aliassime servierte im Viertelfinale unfassbar konstant, machte 93 Prozent der Punkte nach dem ersten Aufschlag. FOTO: NOVENTI OPEN/Mathias Schulz
Qualifikant Marcos Guiron war den mächtigen Aufschlägen seines Gegners hilflos ausgeliefert. FOTO: NOVENTI OPEN/Mathias Schulz