Erst fünf Tage ist es her, da trafen die beiden US-Amerikaner Ben Shelton und Taylor Fritz zuletzt aufeinander. Im Finale des ATP-Rasenturniers in Stuttgart behielt Ben Shelton in drei Sätzen die Oberhand. Revanche für die Endspielniederlage wollte Taylor Fritz nehmen und dies gelang ihm eindrucksvoll. Durch den 6:7(5), 7:6(8), 7:6(3)-Erfolg steht der 28-Jährige bei seiner dritten Teilnahme in Halle nun zum ersten Mal im Halbfinale.
Wie zu erwarten, war von Beginn an der Aufschlag das spielbestimmende Element des Matches. Beide Akteure schlugen sehr gut auf, als Returnspieler hatte man einen schweren Stand. Keiner bekam eine Breakchance, allerdings konnte zumindest Taylor Fritz als Returnspieler mehr Punkte machen als sein Gegenüber. In seinen sechs Aufschlagspielen verlor er lediglich vier Punkte. Im Tiebreak werden bekanntlich aber die Karten neu gemischt. Was vorher war, zählt nicht mehr. Taylor Fritz wirkte nervöser, sein erster Aufschlag kam nicht mehr so gut und so schaffte Ben Shelton zwei sogenannte Mini-Breaks, eines davon zum 7:5, das den Satzgewinn für den 23-Jährigen bedeutete.
Der Satzverlust machte Tylor Fritz kurzzeitig zu schaffen, jedenfalls lief sein erstes Aufschlagspiel im zweiten Durchgang nicht mehr so rund wie zuvor. So kam Ben Shelton zu einer Breakchance, die er aber ungenutzt ließ. Fortan dominierten wieder die Aufschläger beinahe nach Belieben – einfach beeindruckend, wie beide aufschlugen. Erneut kam es zum Tiebreak – und der hatte es in sich. Plötzlich kam die Returnstärke der beiden US-Amerikaner zum Vorschein. Sieben Minbreaks gab es zu verzeichnen, bevor Taylor Fritz seinen dritten Satzball verwandelte. Ben Shelton hatte beim Stand von 7:6 einen Matchball, den Taylor Fritz aber glänzend abwehrte.
Die Hitze forderte die Spieler zusätzlich. Im dritten Satz ließen sowohl bei Ben Shelton als auch bei Taylor Fritz die Kräfte nach. Die Aufschläge waren nicht mehr so wuchtig, das Tempo war nicht mehr so hoch und so kam es zu mehr Ballwechseln, was für die Kräfte nicht wirklich förderlich war. Beide kämpften nun nicht mehr nur mit dem Gegner, sondern auch mit sich, gingen an ihre Grenzen. Drei Breakbälle hatte Ben Shelton, ein Break gelang ihm dennoch nicht. Taylor Fritz blieb im gesamten Match ohne Breakchance. Deshalb: Tiebreak. Und in dem letzten Tiebreak holte Taylor Fritz noch einmal alles aus sich raus und verwandelte seinen ersten Matchball zum 7:3 nach zwei Stunden und 45 Minuten.
Ein Match zu verlieren, in dem man nicht ein einziges Mal seinen Aufschlag abgegeben hat, ist bitter. Umgekehrt: Ein Match zu gewinnen, ohne ein Break geschafft zu haben, ist glücklich. Glücklich war dementsprechend Taylor Fritz: „Ich bin super glücklich, das Halbfinale erreicht zu haben. Es war ein wirklich hartes und verrücktes Match. Ich bin froh, dass ich mich für die Finalniederlage von Stuttgart revanchieren konnte.“
